Dr. Jens Brandenburg

Alternativstandort für Raststätte muss ernsthaft geprüft werden

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Brandenburg fordert vom Regierungspräsidium Karlsruhe eine ernsthafte Prüfung des Reilinger Standortes als Alternative zur Erweiterung des Tank- und Rastanlage Hockenheim. Bei einer Ortsbegehung mit den FDP-Stadträten Frank Köcher Hohn, Helmut Kief und der Bürgerinitiative Pro Stadtwald C4 hatte sich der Walldorfer Abgeordnete am Mittwoch selbst ein Bild vor Ort über die geplante Erweiterung auf der Fläche des Stadtwaldes C4 gemacht.  

Die Bürgerinitiative setzt sich für die Erhaltung des Stadtwaldes ein und spricht sich daher gegen die geplante Erweiterung der Raststätte auf der Waldfläche aus. Stattdessen fordern die Mitglieder der Initiative, die Raststätte in ihrer Größe zu erhalten und an einer anderen Stelle eine neue zusätzliche Raststätte zu errichten. Bisher konnte die Bürgerinitiative rund 3.800 Unterschriften in Hockenheim für Ihr Anliegen sammeln.

In dem Gespräch mit dem Abgeordneten erklärte die Sprecherin der Bürgerinitiative Frau Garcia Laule die Vorteile des Alternativstandortes auf der Gemarkung der Gemeinde Reilingen, wenige hundert Meter weiter auf der Autobahn A6. „Die Kombination aus dem vorhandenen Parkplatz und dem neuen Standort würde insgesamt mehr Parkplätze bringen als die reine Erweiterung der bestehenden Rastanlage. Vor allem müsste bei dieser Lösung kein Wald abgeholzt werden. Es geht hier nicht nur um einen Erholungsort für die Anwohner, sondern auch um den Schutz vor Feinstaub, Abgasen und Lärm.“ Bei einer Erweiterung im Stadtwald würden die LKW nah an die Wohnbebauung heranreichen. Besonders der Sportplatz läge nur noch wenige Meter neben den ab- und anfahrenden LKWs. Außerdem sei zu bedenken, dass die bisherige Raststätte im Falle einer Erweiterung für eine längere Umbauzeit überhaupt nicht genutzt werden könne, ergänzte Garcia Laule.

„Bisher kann ich kein Argument erkennen, das gegen den alternativen Standort spricht. Eine Vorfestlegung auf die Erweiterung in Hockenheim ist nicht akzeptabel. Eine Wiederaufforstung des Hockenheimer Stadtwalds wäre ein guter Beitrag zum Klimaschutz, um mehr CO2 aus der Atmosphäre zu binden“, erklärte der FDP-Politiker. Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann solle sich die Situation persönlich anschauen und die Prüfung weiterer Alternativen vorantreiben.

Nicht nur die Bürgerinitiative spricht sich gegen die Erweiterung aus. Alle Fraktionen des Gemeinderats und der neue Oberbürgermeister Marcus Zeitler haben sich geschlossen gegen die Erweiterung der Raststätte in den Stadtwald ausgesprochen. ,,Die Erweiterung der Raststätte wird keine 200 Meter an ein intaktes Wohngebiet geplant, hier sind in der Nähe Kultureinrichtungen, Spielplätze, Kindergarten und Kindergrippe. Erst kürzlich hat der Gemeinderat in diesem Wohngebiet einen zweiten Kindergarten beschlossen. Es ist absurd anzunehmen, dass die Stadt die benötigten Grundstücke zur Erweiterung der Rastanlage verkauft. Des Weiteren sehen wir hier im Gemeinderat den Wald als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der um jeden Preis erhalten werden muss." so Stadtrat Köcher-Hohn.

Am 24.09.2019 stellt das Regierungspräsidium den Bürger den aktuellen Planungsstand der beiden möglichen Standorte vor. Hierzu ruft die Bürgerinitiative zu einer Demonstration vor der Stadthalle ab 17:15 auf. „Wir wollen allen Teilnehmern der Informationsveranstaltung deutlich machen, dass es gegen die Erweiterung der Rastanlage im Stadtwald eine breite Ablehnung gibt. Nicht hier – jeder Baum zählt!“