Dr. Jens Brandenburg

BAföG strukturell vereinfachen - Zahl der Onlineanträge erhöhen

Nur etwa jeder 500. Antrag auf BAföG wird online gestellt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Im digitalen Zeitalter ist das ein beschämender Wert.

Jens Brandenburg, Sprecher für Hochschulpolitiker der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag, sagt dazu:

„Weniger als 0,2 Prozent der BAföG-Anträge werden bisher online gestellt. Das ist eine Blamage für die Länder, das BAföG seit Jahren digitalisieren sollen. Die bundesweite Kooperation ist ein guter Ansatz, springt aber viel zu kurz.

Die Bundesregierung kratzt leider nur an der Nutzeroberfläche. An einer Digitalisierung der verwaltungsseitigen Backend-Prozesse ist sie gar nicht interessiert. Frau Karliczek packt die bürokratischen BAföG-Formulare vom Papier auf den Bildschirm und reichert sie um ein paar Hilfefunktionen an. Das konnte schon Karl Klammer in den Office-Programmen der 90er Jahre. Mit moderner Digitalisierung hat das nichts zu tun. Eine strukturelle Vereinfachung des BAföG ist längst überfällig. Dann klappt‘s auch mit dem vollautomatisierten BAföG-Bescheid in wenigen Sekunden.

Es ist beschämend, dass kein einziger BAföG-Rechner online verlässliche Ergebnisse liefert. Das hält viele eigentlich Förderberechtigte schon von der aufwändigen Antragstellung ab. Das monatelange Warten auf den Förderbescheid verschärft die Unsicherheit enorm. Daran ändern die bisherigen Pläne gar nichts. Leidtragend sind die Studierenden, die eine Unterstützung dringend nötig hätten.“

Medienecho