Dr. Jens Brandenburg

Digitale Bildungsarena statt bürokratischer Überregulierung

Die Bundesregierung prüft laut einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion derzeit ergebnisoffen Möglichkeiten zur Optimierung digitaler Bildungsräume. Diese Aussage offenbart, dass man es mit der Weiterbildungsplattform Milla offensichtlich nicht allzu ernst meint. Den angekündigten Auswahlkriterien und Qualitätseinstufungen wird ebenso eine Absage erteilt wie dem Vorschlag für ein Grundeinkommensjahr des SPD-Generalsekretärs Lars Klingbeil.

Jens Brandenburg, Sprecher für berufliche Bildung und lebenslanges Lernen der FDP-Bundestagsfraktion, fordert stattdessen eine unbürokratische digitale Bildungsarena und sagt dazu: „Die von der Union groß angekündigte Weiterbildungsplattform Milla war offenbar nur lautes Getöse. Denn die Bundesregierung steht ohne Ziel und ohne Plan vor der Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt. Es ist bezeichnend, dass die CDU-Bildungsministerin Karliczek das Zukunftsthema Weiterbildung allein Arbeitsminister Heil überlässt. Der Grundgedanke einer Weiterbildungsplattform ist richtig. Die Pläne der Union waren jedoch viel zu bürokratisch. Ein zentrales Kuratorium, das jedes noch so kleine Weiterbildungsangebot mit Qualitätspunkten versieht, wäre eine völlige Überregulierung. Die staatliche Akkreditierungsbürokratie nach CDU-Manier würde wirklich innovative Bildungsansätze schon im Keim ersticken. Wir brauchen stattdessen eine digitale Bildungsarena, die Bildungsangebote vom Hochschulkurs bis zum E-Learning-Modul übersichtlich bündelt und erreichte Qualifikationen per Mausklick vergleichbar macht. Der Zugang muss möglichst offen sein und die Suche nach Bildungsangeboten so einfach wie im Online-Shop.“